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Aufschieberitis – 3 Sekunden entscheiden alles

Prokrastination

Die entscheidenden drei Sekunden wirst du nach dem Lesen dieses Artikels nicht mehr ignorieren können.

Gib es zu: es nervt gewaltig! Wie lange schon schiebst du deine ungeliebte Steuererklärung vor dir her? Das Auto müsste auch mal wieder gesaugt werden. Und das Katzenklo… Wenn du nur daran denkst, was alles auf dich wartet, dann fühlst du dich sofort wie gelähmt. Die Liste der To-Do´s ist lang und wird ohne Handeln nur länger. Dein schlechtes Gewissen legt sich wie ein Schleier auf deine Lebensfreude. Willst du dir mit diesem miesen Gefühl wirklich dein Leben schwer machen? Ich denke nicht. Du kannst aus dieser ungeliebten Angewohnheit der Aufschieberitis in drei Sekunden aussteigen. Jetzt. Lese in diesem Blogpost wie einfach es geht ins Handeln zu kommen.

Nutze den ersten Impuls zum Handeln

Kaum zu glauben, aber von einem Impuls bis zum tatsächlichen Handeln, hat der Mensch nur drei Sekunden Zeit. In den ersten drei Sekunden entscheidest du, ob du etwas gleich tust oder ob du es verschiebst auf später. Profi-Flirter wissen, dass ihnen zum Ansprechen einer Frau nach dem ersten Blickkontakt nur drei Sekunden bleiben. Ob beim Flirten oder bei Aufgaben im Alltag: Wenn der Motor nicht innerhalb dieser Zeit anspringt, dann beginnt der Moment des Aufschiebens. In der Fachsprache: Prokrastination. 3 Sekunden, um den inneren Schweinehund zu überlisten, sind nicht viel. Nach diesen drei Sekunden schaltet sich nämlich dann dein Verstand ein und erzählt dir: „Ach, das ist jetzt nicht so wichtig, das mache ich später!“.

Die Impulse kommen aus dem Bereich der inneren Intuition und sind eine klare Anzeige, wann etwas zu tun ist. Albert Einstein nennt die Intuition eine göttliche Gabe und stellt sie weit über den Verstand. Denn durch sie haben wir Zugang zu komplexen Informationsfeldern, die weit über unser eigenes Gehirn hinausgehen. Impulse ploppen auf und wollen umgesetzt werden – und die ersten drei Sekunden sind entscheidend.

Handle im Jetzt –  ohne Ausreden

Wir haben allzu viele Vorstellungen, was wir alles machen „müssen“. Wir schrecken uns selbst mit diesen langen Listen ab. In Zukunft vergiss einfach, was noch alles ansteht. Denke nicht an das, was du alles machen musst. Konzentriere dich auf das, was du jetzt tun kannst. Aktiv Handeln kannst du nämlich nur in der Gegenwart. Alles andere sind nur gedankliche Vorstellungen von möglichem theoretischen Handeln in der Zukunft. Oder du denkst darüber nach, was du in der Vergangenheit immer noch nicht erledigt hast. Das ist nutzlos.

In beiden Fällen blockierst du nur deine Kraft mit Nachdenken ÜBER Nicht-Handeln und suchst Gründe, warum es jetzt gerade nicht geht bzw. in der Vergangenheit nicht ging. Das nenne ich super perfekte Ausreden mittels Selbstgespräche suchen. Das ist Selbstbetrug. Die Zeit, darüber nachzudenken, wann du es tun könntest, kannst du gleich sinnvoll zum Umsetzen verwenden. Verspreche dir selbst, keine Ausreden mehr zu akzeptieren. Jetzt oder Jetzt!

Und auch hier im JETZT haben wir es wieder mit den magischen 3 Sekunden zu tun. Der deutsche Psychologie-Professor Ernst Pöppel hat in jahrelanger Forschungsarbeit herausgefunden: unser Gehirn nimmt die Gegenwart in „3-Sekunden-Fenster“ wahr. Also unser Zeitempfinden für das Jetzt dauert gefühlt ungefähr drei Sekunden. Danach ist alles bereits Vergangenheit.

Schautafel Gegenwart

GEGENWART

Nimm die Dinge nur einmal in die Hand

Es spielt keine Rolle, ob du deine schmutzigen Socken zuerst auf den Boden wirfst oder gleich ins Bad in den Wäschepuff legst. Nimm die Dinge nur einmal in die Hand. Stelle sie gleich an den dafür vorgesehenen Platz ab. Du sparst dir einen Arbeitsgang. Alle intelligenten Minimalisten machen das so.

Auch wenn du zukünftig schneller eine Entscheidung triffst, baut sich weniger Druck auf. Nehmen wir an, du holst die Post aus dem Briefkasten, die Kontoauszüge sind dabei. Bevor du sie jetzt auf die Fensterbank zu den anderen Kontoauszügen legst, nimmst du sie und heftest sie gleich im Ordner ab. Einmal in die Hand nehmen und in einem Rutsch zum Abschluss bringen. Außerdem fehlen am Ende des Jahres keine Auszüge und du sparst dir den Stress wieder Kopien von der Bank anzufordern, die wiederum auch nur Geld kosten.

Bringe die Aufgabe zu einem Abschluss

Offene Projekte binden ebenfalls deine Lebenskraft. Innerlich wieder frei sein ist wichtig. Darum solltest du entweder die Dinge fertig machen oder sie einfach aus deinem Leben streichen. Aus dem Kopf. Erledigen oder abhacken. Eine Sperrmüllrunde kann nicht schaden, wenn zu viele belastende Sachen dich umgeben, die du eh nie mehr in deinem Leben anfassen willst.

„Von Natur aus sind alle Menschen fast gleich,

erst ihre Gewohnheiten unterscheiden sie voneinander.“

(Konfuzius)

Die entscheidenden drei Sekunden kannst du jetzt nicht mehr ignorieren. Sie machen dich wieder handlungsfähig. Auch beim Ausmisten. Behalten oder weg? 1-2-3

In meinem neuen Buch Denkmuster bestimmen dein Leben (auch als ebook) ist dem Thema Gewohnheiten (gute/schlechte?) ein ganzes Kapitel gewidmet. Der darin enthaltene Fragenkatalog kann dir helfen deine Gründe von „Aufschieberitis“ ein für alle Mal schonungslos zu entlarven. Wer wagt – der gewinnt!

Solltest du meine Bücher bereits kennen, dann würde ich mich sehr über deine Meinung freuen. Auch bei Fragen stehe ich dir unten in den Kommentaren gern zur Verfügung.

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Comments 2

  1. Danke für diesen großartigen Blog Beitrag. Bin gerade in Italien, um die Verbindung zu mir Selbst zu stärken und dem Gefühl der Lebensfreude nachzuspüren. Ich kann nur bestätigen, dass diese Spontanität im hier & jetzt zu entscheiden und sofort dementsprechend zu handeln, blockierte Energie freisetzt und klar und frei macht. Damit es keine Lotterie ist, sondern ich auch wirklich meine wahren Bedürfnisse und deren angemessene Erfüllung zielsicher umsetze, habe ich die Übungen aus deinem Buch bearbeitet. Seit dem „flutscht“ es viel besser 🙂 Ich fühl mich frei, motiviert und voller Tatendrang! Ich freu mich schon auf die nächsten Impulse!

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